„Die Grenzgänger“

Folkkonzert

Die Grenzgänger verstehen es wie kaum eine andere Band, vergessene geschichtliche Themen durch ihre Alben und Konzerte unmittelbar gegenwärtig werden zu lassen. Der epische Gestus ihres Vortrags lädt aber zugleich zu kritischer Reflexion über Geschichte und Gegenwart ein. In Sprockhövel werden sie sich Themen aus der Vormärzzeit und der demokratischen Revolution von 1848/49 widmen. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist uns fast nur als Verfasser des Deutschlandliedes und vieler Kinderlieder bekannt. Doch seine frechen politischen Lieder setzten seinerzeit die Obrigkeit in Unruhe und brachten ihm ein Berufsverbot ein. Man merkt den Grenzgängern ihr Vergnügen an, wenn sie Hoffmanns Unbotmäßigkeit und seinen Witz in die Gegenwart transportieren und unser bisheriges Hoffmann-Bild erschüttern.

Nach der verlorenen demokratischen Revolution verkehrten ab 1849 in verstärktem Maße Schiffe nach Amerika, mit Flüchtlingen und Auswanderern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern an Bord. Tausende flohen damals vor politischer Verfolgung und Unterdrückung oder aus wirtschaftlicher Not und bitterem Elend, um in der neuen Welt Asyl zu suchen und einen Neuanfang zu wagen. Die Grenzgänger demonstrieren anhand historischer Lieder die Aktualität der Thematik – auch wenn sich die globalen Fluchtrichtungen heutzutage geändert haben. Ein Liederabend, auf den wir gespannt sein dürfen, denn die Grenzgänger sind immer für Überraschungen gut.

Die Grenzgänger sind: Michael Zachcial (Gesang, Gitarre), Annette Rettich (Cello), Felix Kroll (Akkordeon) und Frederic Drobnjak (Gitarre).